Freitag, 7. September 2012

Sein lassen




Blut, das durch unsre Adern fließt,
ist nicht das Wasser unsrer Seelen.
Und jedes Wort, das Bande knüpft, die nicht bestehen,
vereitert unsre Kehlen.
Kein Mensch ist Produkt, von Menschen geschaffen
Ist nur was er meint und er hat keine Waffen,
nur sein Aufschrei nach Freiheit, nur sein Verstand,
doch denkt der Mensch „Ich“ ist er als „Ego“ verkannt.
Das Nest hält warm und trocken und dumm,
es schließt seine Tür vor der Frage warum.
Wenn ich nicht diese Frage fragen lasse,
oder die Antwort schon im Kindbett verfasse,
zerreiß ich das weiße Blatt unverdrossen,
und habe mein eigenes Blut vergossen.
Es gibt kein Handbuch, das für alle gilt,
nur gleichermaßen ist für jeden klar:
er ist es selbst, der dessen Seiten füllt.
Und schreibt nicht mit dem Blut jener Seelen,
ihr werdet den Auftrag, den ihr wähltet, verfehlen,
euch binden die Adern, der Takt zweier Herzen,
aber nicht die Gedanken, nicht das Lachen und Schmerzen.

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